




Impulse zur Gestaltung von Hauskreisabenden mit den Themen der "für heute" - Ausgaben des Februar 2012
Die Impulse hat Jörg Mather für Sie erarbeitet.
Beate Gläfke: Christsein im Beruf
Einstieg: Beruf und Berufung. Inwieweit verstehe ich meinen Beruf auch als Berufung? Hat sich mein berufliches Selbstverständnis im Laufe der Zeit verändert? Was hindert mich möglicherweise daran, den eigenen Beruf auch als Berufung auszuüben? In welchen Situationen hat mich dieser Anspruch auch überfordert? Von welchen positiven Rahmenbedingungen hängt es ab, ob ich meinen Beruf auch als Berufung gestalten kann?
Gab es in meinem Berufsleben bisher schon einmal Situationen, in denen ich in einen Gewissenkonflikt gekommen bin? Was waren das für Situationen? Wie habe ich mich konkret verhalten?
Wie ernst nehme ich mein christliches Verantwortungsbewusstsein. Wo sind meine Grenzen? In welchen Unternehmen und bei welchem Arbeitgeber würde ich nie arbeiten? Wie würde ich meine Entscheidung konkret begründen?
Weiß mein Chef oder meine Chefin und wissen meine Kollegen oder Kolleginnen, dass ich Christ bin? Wie viel Mut habe ich, mich am Arbeitsplatz als Christ zu bekennen und auch aus christlicher Position in einem Konfliktfall Position zu beziehen?
Beate Gläfke schreibt: „Die Erzählung (vom skrupellosen Zöllner Zachäus, dem sich Jesus in einer ganz individuellen Form zuwendet und die Zachäus berührt d.V.) zeigt mir, dass wir Jesu Art und Zuwendung in unseren beruflichen Alltag nehmen sollten.“ Wie könnte das konkret aussehen? Finde ich die Kraft, einem skrupellosen Chef mit christlicher Feindesliebe entgegenzutreten? Wie könnte diese Feindesliebe aussehen? Könnte es eine Form sich – im doppelten Sinne des Wortes – ent-rüstender und gewaltfreier Liebe sein, die das Unrecht deutlich benennt, dabei aber unterscheidet zwischen Person und Sache und somit die Feindschaft bekämpft und den Feind mit gewaltfreier Liebe verwandeln kann? Wie könnte eine solche Form sich entwaffnender Liebe aussehen?
Beruf und Wirtschaft: „Das Menschen wirtschaften sollen, liegt in der guten Absicht, die Gott für seine Schöpfung hat. Zwei große Linien lassen sich zeichnen, an denen entlang die jüdisch-christliche Überlieferung die Diskussion über eine menschengerechte Wirtschaft führt: Arbeit und Ruhe – Gott will, dass Menschen sich mitarbeitend einbringen in seine Schöpfung, um die Schöpfung mitzugestalten und um sich gegenseitig Lebenschancen zu gewähren. Aber Arbeit ist nicht alles, die Menschen sollen nicht das Letzte aus sich herausholen. Eigentum und Geschenk – Gott stellt die von ihm geschaffene wundervolle Welt den Menschen als Vor-Gabe zur Verfügung, die sie sich aneignen und zum Nutzen aller bearbeiten sollen. Aber Aneignung ist nicht alles, die Vorgaben der Schöpfung sollen auch bewahrt und in ihrem Eigenleben respektiert werden.“ (Evangelischer Erwachsenenkatechismus 2001, Seite 422.) Inwiefern können diese beiden großen Linien konkrete Maßstäbe sein für christliches Handeln im beruflichen Alltag?
Frank Mader: Tragen wir nicht alle Masken?
Intro: „Ich stehe vor der Türe und lächle … und tue, als ob alles in Ordnung ist.“ – Rollenspiel: Wir spielen die Situation vor den Gastgebern und tun dabei NICHT so, als ob alles in Ordnung ist. Was passiert in dem Rollenspiel? Wie entwickelt sich das Gespräch? Peinlich oder produktiv? Welche positiven Möglichkeiten birgt ein Gespräch ohne Maske?
Welche Rolle spiele ich in meiner Beziehung / Familie, in meinem Beruf, in meinem Freundeskreis und in der Gemeinde? Passen die Rollen zusammen oder ergeben sich bedeutsame Unterschiede? Was sind die Gründe dafür, dass ich meine Rollen möglicherweise unterschiedlich spiele?
Rollendistanz: In welchen Situationen kann ich „aus der Rolle fallen“? Wie nehme ich solche Situationen wahr: positiv oder negativ? Wie viel Rollendistanz ist möglich? Wie viel Rollendistanz ist notwendig?
Jesus und Nikodemus (Johannesevangelium 3, 1ff): „Noch niemand lehrte ihn, er selbst zu sein.“ Wo kann ich in meinem Leben „ich selbst“ sein? Welche Gründe sind dafür ausschlaggebend?
Psalm 139 lesen. Welche Textstellen in diesen Psalm geben mir Kraft, Trost und Zuversicht? Lesen des Textes in unterschiedlichen Übersetzungen. Inwiefern verschaffen mir die unterschiedlichen Übersetzungen auch neue Zugänge zu diesem Psalm?
Dietrich Bonhoeffer: Wer bin ich? (Juli 1944 in der Haft der Gestapo) Lesen des Gedichtes von Dietrich Bonhoeffer. Auch wenn ich mich in einer vollkommen anderen Lebenssituation befinde: Wo kann ich mich in diesem Gedicht mit meinen eigenen Lebenserfahrungen wiederfinden? Aus welchen Aussagen in diesem Gedicht kann ich persönliche Kraft schöpfen? Das Gedicht kann ich im Internet finden unter : www.ekd.de/medien/film/bonhoeffer/texte.html
Hinweis: In dem Buch „Die Hinreise. Zur religiösen Erfahrung. Texte und Überlegungen “ kommentiert die Theologin Dorothee Sölle sowohl den Psalm 139 als auch das Gedicht von Dietrich Bonheoffer.
Katrin Schneidenbach: Lass dir was entgehen!
Ich betrachte mein Leben mit seinen Aufgaben, Herausforderungen und Terminen und frage mich: Was entgeht mir in meinem Leben, so wie ich es augenblicklich lebe? Was geht mir verloren? Wozu komme ich nicht? - Welche Dinge fallen mir dabei ein?
Jesus musste erfahren, „dass sich an Liebe und Wehrlosigkeit die Gemüter scheiden“. Erfahre ich das in der Nachfolge Jesu ebenfalls in meinem Leben? Wenn ja, in welchen Lebenssituationen? Fühle ich mich manchmal wehrlos? Wie kann diese Wehrlosigkeit zu einer Stärke werden? Ist Feindesliebe stark oder schwach?
Matthäus 4, 1-11. Jesus fastet 40 Tage in der Wüste. „Er widerstand drei mächtigen Versuchungen“. Übertrage die drei mächtigen Lebenssituationen auf dein eigenes Leben. Welchen Versuchungen musst du in deinem Leben widerstehen?
Themen der bundesweiten Fastenaktion der Evangelischen Kirche von 2011 bis 2003: Ich war's! - 7 Wochen ohne Ausreden / Nähe - 7 Wochen ohne Scheu / Sich entscheiden - 7 Wochen ohne Zaudern / Verschwendung - 7 Wochen ohne Geiz / Atempause. Spüren, wie das Leben fließt / Liebesbriefe. Merken, worauf es ankommt / Lichtblicke / Auf!klären / Lebens(t)räume. Welcher Aspekt des Fastens wird in den jeweiligen Themen besonders hervorgehoben? Welcher Aspekt des Fastens ist mir besonders wichtig?
Was will ich mir in diesem Jahr während der Fastenzeit persönlich „entgehen“ lassen? Worauf möchte ich verzichten?
Text von Jörg Zink: „Liebe! Das heißt: lass dich los.“ Was könnte das konkret heißen für meine alltägliche Lebensgestaltung?
Spruch von Eva Zeller: „Halte dich nicht schadlos. Zieh den Kürzeren, lass dir etwas entgehen.“ Was könnte damit gemeint sein?
Sven Tiesler: Die Taufe verändert unser Leben
Einstieg: Säuglingstaufe oder Erwachsentaufe - wie denke ich darüber? Habe ich meine Kinder als Säuglinge taufen lassen oder habe ich sie segnen lassen? Wie habe ich meine Entscheidung begründet? Würde ich heute anders handeln?
Impuls: „Ich möchte nicht, dass unser Kind mit allen Wassern gewaschen wird. Wir möchten, dass es mit dem Wasser der Gerechtigkeit, mit dem Wasser der Barmherzigkeit, mit dem Wasser der Liebe und des Friedens reingewaschen wird. Wir möchten, dass unser Kind mit dem Wasser christlichen Geistes gewaschen, übergossen, beeinflusst, getauft wird. Wir möchten selber das klare lebendige Wasser für unser Kind werden und sein jeden Tag.“ (Wilhelm Willms) Welche Assoziationen weckt dieser Text? Welche wichtigen Aspekte von Taufe werden in diesem Text benannt? Wo sind in diesem Text Bezüge erkennbar zu den Aussagen von Sven Tiesler?
Impuls: „Auch wenn heute die Taufe im Kindesalter und die Aufnahme in die Gliedschaft der Kirche bei vielen Menschen zeitlich etliche Jahre auseinander liegen können, gehören sie doch zusammen. Sie sind wie die Prägungen auf beiden Seiten einer Medaille. In der Taufe als Kind und in der Aufnahme in die Gliedschaft der Kirche werden jeweils beide Seiten betont, jedoch mit unterschiedlicher Gewichtung. Wird in der Taufe eines Kindes vor allem Gottes Handeln für uns und an uns deutlich, so wird in der Aufnahme in die Gliedschaft vorwiegend unser Handeln Gott gegenüber betont. Erst wenn die Medaille auf beiden Seiten Prägungen aufweist, ist sie vollständig und gültig. Erst wenn der Mensch auf die in der Taufe angebotene Zuwendung Gottes mit der Hinwendung seines eigenen Lebens unter die Leitung Gottes antwortet, kommt die Taufe zum Ziel.“ Aus: (http://www.emk.de/methodistisch-emk+M5dc7b8b0177.html) Sven Tiesler formuliert: „Die Taufe erfordert aber auch mein Ja zu Gott.“ Ist für uns heute der untrennbare Zusammenhang von Taufe und Mitgliedschaft ausreichend im Bewusstsein? Wie könnte dieser Zusammenhang noch deutlicher bewusst gemacht werden in unseren Gemeinden? Kann ich der Aussage von Sven Tiesler und den Aussagen auf der Homepage de EmK uneingeschränkt zustimmen?
Rückfrage: Sven Tiesler schreibt. „Vor Gott sauber dastehen und mit ihm durch das Leben gehen. Das war den Christen schon in frühen Zeiten wichtig.“ Muss ich vor Gott sauber dastehen? Was heißt das genau?
Sven Tiesler schreibt: „Die Taufe selbst ist eine Liebeserklärung Gottes.“ Verfasse zu dieser Aussage einen eigenen Text oder ein Gedicht oder male dazu ein gegenständliches oder abstraktes Bild. Gestalte mit Worten, Formen und Farben, was „Gottes Liebeserklärung“ für dich persönlich bedeutet.
Abschluss: Lied „Kind, du bist uns anvertraut“ - Gesangbuch der Evangelisch-methodistischen Kirche 512